Während mehrere Länder beginnen, die Abriegelungsmaßnahmen zu lockern, führen viele Behörden Technologien zur Rückverfolgung von Kontakten ein, um die Verbreitung des neuartigen COVID-19-Virus einzudämmen. TraceTogether ist eine der bemerkenswerten Anwendungen zur Verfolgung von Kontaktpersonen, die von der Regierung Singapurs entwickelt wurde, um eine nahtlose digitale Verfolgung zu ermöglichen. Auch Deutschland hat die Corona Warn-App. In vielen anderen Ländern wird ebenfalls an der Entwicklung einer eigenen mobilen Anwendung zur Ermittlung von Kontaktpersonen gearbeitet.
Mobile Anwendungen und Wearables zur Kontaktverfolgung sollen die Verfolgung von Personen automatisieren, die sich in unmittelbarer Nähe von Personen aufhalten, die positiv auf COVID-19 getestet wurden. Im Wesentlichen sind diese Technologien die moderne Lösung für die Behörden, um den Übertragungsweg des Virus zu verstehen und zu unterbrechen, um seine Verbreitung zu begrenzen. Das Grundprinzip dieser Technologien besteht darin, die öffentliche Sicherheit zu schützen, ohne die täglichen Lebensgewohnheiten und Aktivitäten weiter zu beeinträchtigen.
Die Einführung dieser Technologie hat jedoch bei vielen die Befürchtung geweckt, dass die Bewältigung dieser Pandemie auf Kosten ihrer Privatsphäre gehen könnte. Um die Bedenken der Bürger zu zerstreuen, EDPB eine Erklärung veröffentlicht, um sicherzustellen, dass Datenschutzbestimmungen wie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) auch bei der Einführung von Maßnahmen zur Ermittlung von Kontaktpersonen eingehalten werden.
Um das Problem des Datenschutzes anzugehen, sind viele Organisationen von einem zentralisierten zu einem dezentralen Ansatz übergegangen. Tatsächlich haben auch Tech-Giganten wie Apple und Google den dezentralen Ansatz gewählt, indem sie Bluetooth-Signale nutzen, wie in ihrem Beispielcode veranschaulicht werden kann.
Die Hauptunterschiede in den Anwendungen wurden in dem Weißbuch von Experten von Universitäten wie dem University College London und der University of Oxford beschrieben.
Bei dem zentralisierten Ansatz, wird ein zentraler Server verwendet, um die Exposition eines Nutzers gegenüber COVID-19 zu schätzen. Der zentrale Server verfügt über einen Langzeit-Pseudo-Identifikator für jeden Nutzer und leitet daraus ephemere Pseudo-Identifikatoren ab (EpHIDs), die an die Smartphones übermittelt werden.
Bei dem dezentralen Ansatz wird der Proximity-Tracing-Prozess von einem Backend-Server unterstützt, der anonyme Expositionsinformationen an die auf jedem Telefon laufende App weitergibt. Der Backend-Server dient lediglich als Kommunikationsplattform und führt keine Verarbeitung durch.
Wie das dezentralisierte System Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen durchsetzt:
- Garantiert Datenminimierung
Der zentrale Server beobachtet nur die anonymen Identifikatoren von COVID-19-positiven Nutzern, ohne jegliche Informationen über die Umgebung, da auf den Smartphones der Nutzer ephemere Identifikatoren erzeugt werden, die über Bluetooth übertragen werden.
- Verhindert den Missbrauch von Daten
Der zentrale Server sammelt nur ein Minimum an Informationen, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass die gesammelten Daten für andere Zwecke verwendet werden, minimal ist. Tatsächlich kann die Technologie nur dazu verwendet werden, positiv getestete Bürger innerhalb eines kleinen geografischen Gebiets aufzuspüren.
- Aufbewahrung von Daten
Die Daten auf dem Server und in den Apps werden nach 14 Tagen gelöscht. Die Schätzung der Exposition wird lokal auf dem mobilen Gerät berechnet.
Angesichts der Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der staatlichen Überwachung empfehlen die meisten Datenschutzexperten eine dezentralisierte Infrastruktur zur Ermittlung von Kontakten, bei der ephemere IDs lokal auf dem Gerät gespeichert werden und nur mit Zustimmung hochgeladen werden können, nachdem der Nutzer COVID-19-positiv getestet wurde.
In dem Bestreben, zur Normalität zurückzukehren, stimmen wir zu, dass die Situation solche Maßnahmen erfordert, um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren. Es wird jedoch allen dringend empfohlen, sich über die Anwendung und die Auswirkungen der Technologien klar zu werden, bevor sie sie einsetzen.
