Ein exklusives Interview mit KPMG über die florierende RegTech-Szene

Ein Exklusivinterview mit KPMG über die florierende RegTech-Szene. Ein Interview, das KPMG mit Felix und Max, zwei ehemaligen Mitarbeitern von Alyne, geführt hat.

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Ein von KPMG geführtes Interview mit Alynes eigenen KMPG-Alumni Felix und Max.

Alyne ist stolz darauf, mitteilen zu können, dass wir zu einem exklusiven Interview mit KPMG eingeladen wurden.

Im Interview: Alyne Vertreter Felix SchockLeiter Customer Success, und Maximilian Millitzer, Senior Consultant of Customer Success, erzählten von den Bausteinen, die RegTech für Unternehmen heute so attraktiv machen. Außerdem erzählten sie, wie ihre früheren Erfahrungen als KPMG-Absolventen ihre heutige Arbeitsethik und ihren Stil geprägt haben.

Alyne möchte KPMG ihren Dank und ihre Anerkennung für die Ermöglichung und Organisation des Interviews aussprechen.

Lesen Sie weiter für das Transkript des Interviews zwischen Felix, Maximilian und dem Interviewer von KPMG, Jonas Probst.

Im ersten Teil des Interviews erfahren Sie etwas mehr über Felix und Maximilian, die beide Alyne-Vertreter und KPMG-Alumni sind. 

Jonas (KPMG): Fangen wir ganz am Anfang an. Wie sind Sie damals zu KPMG gekommen?

Felix: Nach meinem Studium habe ich 2013 bei einer kleineren Beratungsgesellschaft in Frankfurt angefangen. 2014 wechselte ich zu KPMG wegen der Breite der Kunden und Themen, die sie anbieten.

Max: Ich war Werkstudent bei Siemens und habe ein Praktikum bei EY gemacht, bevor ich Felix durch den internationalen Fallwettbewerb von KPMG kennengelernt habe. Er hat mich 2017 als Praktikant zu KPMG geholt. Während des Praktikums habe ich an einem Projekt in München gearbeitet. Nach dem Praktikum bekam ich die Möglichkeit, bei KPMG als Werkstudent in Nürnberg zu bleiben. Im Jahr 2019 wurde ich fest bei KPMG angestellt und war zuletzt in Felix' ehemaligem Team im Bereich FS Regulatory & Compliance tätig.

Jonas (KPMG): Kurz und bündig: Beschreiben Sie sich bitte in drei Worten!

Max: Lassen Sie mich beginnen: ehrlich, ehrgeizig und neugierig.

Felix: Ich würde sagen, ich bin einnehmend, offen und entspannt.

Jonas (KPMG): Das klingt sehr ausgeglichen. Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welche spannenden Hobbys haben Sie?

Felix: Na ja, ich bin ein leidenschaftlicher Rennradfahrer und muss Max auch inspirieren, weil das bei uns in der Firma relativ üblich ist. Ich bin auch ein begeisterter Golfer, da muss Max ein bisschen aufholen, weil wir das in der Firma öfters machen. Außerdem trinke ich gerne ein Glas Rotwein und fahre Ski.

Max: Für mich ist es nicht ganz so aufregend. Ich bin Fußballer und Hobby-Barkeeper. Zu Hause habe ich eine kleine, aber gut ausgestattete Bar. Allerdings ohne Wein (lacht).

Jonas (KPMG): Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu KPMG heute?

Felix: Wir sind sowohl beruflich als auch privat immer noch verbunden. Es gibt eine Kooperation zwischen Alyne und KPMG. Wir sind dann teilweise bei denselben Kunden. Und da ich relativ lange bei KPMG war, bestehen immer noch freundschaftliche Beziehungen.

Max: Dem kann ich nur zustimmen, ich treffe mich noch regelmäßig mit alten Kollegen. Das bedeutet Freundschaften und berufliche Verbindungen.

Jonas (KPMG): Wie kam der Wechsel von KPMG zu Alyne in Ihrem Unternehmen zustande?

Felix: Max und ich haben geholfen, das RegTech-Angebot bei KPMG aufzubauen. Wir sind relativ früh auf Alyne aufmerksam geworden. Nicht zuletzt, weil der Hauptsitz des Unternehmens in München schräg gegenüber der KPMG-Niederlassung liegt. Wir haben dann einen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Unternehmen geschlossen. Und diese Kooperation war es, die zu meinem Wechsel führte. Und dann später der Wechsel von Max.

Jonas (KPMG): Was genau sind Ihre Themen mit Alyne?

Felix: Einen wirklichen Fokus auf ein bestimmtes Thema habe ich nicht mehr. Als Head of Customer Success bin ich für das Team verantwortlich, das sich um alle Themen rund um die Kundenschulung, das Onboarding und für Professional Services, also die Beantwortung technischer Fragen zu unseren Tools, kümmert. Im Gegensatz zu KPMG liegt der Fokus bei Alyne auch eher auf punktuellem Fachsupport als auf ganzheitlichem Support. Das Customer Success Team arbeitet auch im Sales Support, d.h. wir führen neu gewonnene Kunden durch unser Tool.

Max: Ich gehöre zum Kundenerfolgsteam von Felix. Ich arbeite mit ihm zusammen an den Aufgaben, die er beschreibt.

Im zweiten Teil des Interviews erzählten Felix und Max mehr über Regulierungstechnologien und das Potenzial, das sie in diesem Thema sehen.

Jonas (KPMG): Für jemanden, der noch nichts von RegTech gehört hat: Was hat es damit auf sich?

Max: Der Begriff "RegTech" ist eine Verschmelzung der Begriffe "Regulatory" und "Technology". Bei KPMG haben wir das Thema immer so definiert, dass es Finanzinstituten hilft, regulatorische Anforderungen effizienter und effektiver zu erfüllen. Zum Beispiel durch die Digitalisierung und Automatisierung von Back-Office-Prozessen. Daraus haben wir auch die Abgrenzung zu FinTechs abgeleitet, die sich eher auf das Kundengeschäft - also das Front Office - konzentrieren, während RegTech eher im Back Office zu finden ist und dafür sorgt, dass das Front Office gut funktionieren kann. Kurz gesagt: RegTech zielt darauf ab, moderne Technologie zu nutzen, um Vorschriften einzuhalten und Prozesse zu verbessern, zu automatisieren und zu beschleunigen.

Jonas (KPMG): Und was hat Alyne damit zu tun?

Felix: Bei Alyne entwickeln wir Technologien, die unseren Kunden helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Wir beschränken uns nicht auf Finanzdienstleistungen. Vielmehr besteht unser Kundenstamm zur Hälfte aus Unternehmen und zur Hälfte aus Versicherungen und Banken. Unsere Lösungen sind rein cloudbasiert, d.h. als Software-as-a-Service konzipiert. Alle unsere Kunden arbeiten mit demselben Code, demselben Programm, nur die Daten sind strikt voneinander getrennt. Dadurch, und das macht RegTech so wichtig, betragen die Kosten für die Implementierung, die Wartung und den Betrieb der Software nur einen Bruchteil dessen, was ein Unternehmen ausgeben muss, wenn es Software vor Ort kauft. Das bedeutet auch, dass man eine Lizenz kauft und das Produkt sofort nutzen kann. Darüber hinaus liefern wir die Inhalte auch direkt aus. Dabei gehen wir auf Fragen des Risikomanagements, der Compliance und der Cybersicherheit ein. Das ist natürlich sehr abstrakt, aber so ist unsere Plattform keine leere Hülle, denn für einige Themen sind bestimmte Kontrollen bereits in der Software integriert, wie Fragebögen oder Prozessdefinitionen.

Jonas (KPMG): Wie können Sie sich denn eine solche Lösung vorstellen?

Felix: Es ist wichtig zu wissen, dass alle älteren Produkte, die in den letzten 20 bis 30 Jahren auf den Markt gekommen sind, aufgrund unzähliger Anpassungen sehr kostspielig geworden sind. Eine Plattform wie die unsere ist etwas, das jeder aus der Interaktion mit sozialen Medien kennt, nicht zuletzt in Bezug auf das Look and Feel. Eine moderne Benutzeroberfläche ist nicht mehr mit einer Software zu vergleichen, die bis heute auf dem Markt war.

Jonas (KPMG): Sie haben gerade erwähnt, dass Ihre Lösung Software-as-a-Service ist. Ist das auf dem Markt üblich? Wie sieht der allgemeine Markt für RegTech aus?

Felix: Noch vor zwei Jahren war eine solche SaaS-Lösung eher exotisch. Doch gerade die aktuelle Situation mit der Corona-Krise führt dazu, dass digitale Lösungen viel schneller entwickelt werden und die Nachfrage steigt. Auch die Diskussionen mit den Kunden, ob cloudbasierte Lösungen eingesetzt werden sollen, sind deutlich kürzer geworden. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass die Kostenvorteile so offensichtlich sind. Früher haben wir zum Beispiel Monte-Carlo-Simulationen für die Risikomodellierung eines Projekts erstellt. Der Kunde hat dann einen Computer mit viel Rechenleistung gekauft. Wir haben den Computer mit Daten gefüttert, und nach drei Tagen hatten Sie Ihren Value at Risk und die Verteilungskurve. Bei Alyne haben wir jetzt ein ähnliches Konzept entwickelt, aber unsere Rechenoperationen laufen über die Cloud-Dienste von Amazon (AWS). Die Rechenleistung ist jetzt bei Bedarf verfügbar und eine Berechnung dauert etwa drei Sekunden.

Jonas (KPMG): Mich würde interessieren, wie das Ganze datenschutzrechtlich aussieht?

Felix: AWS hat eine Menge Zertifikate für solche Fragen, unter anderem die ISO27000. All das ist auch vertraglich geklärt. Ich würde auch argumentieren, dass ein von Amazon betriebenes Rechenzentrum in Europa sicherer ist als ein von einem Unternehmen selbst betriebenes Rechenzentrum.

Jonas (KPMG): Welches Potenzial hat der Markt? Wie würden Sie die Entwicklung einschätzen?

Felix: Allein im Bankensektor sind in letzter Zeit eine Vielzahl von Arbeiten zum Thema eBanking veröffentlicht worden. Dabei geht es oft um Risikomanagement und die Reduzierung der individuellen Datenverarbeitung, z.B. mit Office-Programmen. Wir sehen solche Lösungen aber immer noch sehr häufig bei den Kunden. Gerade wenn es um die Digitalisierung von operationellen Risiken oder Compliance-Prozessen geht, ist das Potenzial für eine Lösung wie die unsere enorm. Ich denke also, das Potenzial ist riesig.

Im letzten Teil des Interviews sprechen Felix und Max über die Unterschiede im Arbeitsalltag bei KPMG und Alyne.

Jonas (KPMG): Welche Unterschiede zwischen der Arbeit bei KPMG und der Arbeit bei Alyne haben Sie bisher festgestellt? Zum Beispiel in Bezug auf Prozesse und dergleichen?

Max: Ich hatte meinen ersten Tag mit Alyne Anfang März. Mir fielen die unterschiedlichen Einarbeitungsprozesse und die damit verbundene Organisation auf. Bei Alyne ist der Prozess viel schlanker. Das bedeutet, dass es keinen großen Begrüßungstag gibt, sondern man wird dem gesamten Team auf sehr informelle Weise vorgestellt. Hier habe ich insgesamt etwa 30 Kollegen, die in München sitzen. Im Gegensatz dazu hatte ich bei KPMG deutlich mehr Kollegen in meinem Team und die waren über ganz Deutschland verteilt. Zum anderen sind unsere Unternehmensprozesse nicht so klar strukturiert wie bei KPMG.

Felix: Da ich aus einer Organisation komme, in der viele Prozesse und Zuständigkeiten sehr klar strukturiert sind, kann ich natürlich schon etwas erkennen, wovon Alyne profitieren kann. Gerade jetzt, da das Unternehmen wächst, ist ein Mindestmaß an Prozessen und Dokumentation erforderlich. Ein Unterschied zwischen KPMG und Alyne ist die Verwendung von PowerPoint. Ich produziere jetzt viel weniger Folien als zu meiner Zeit bei KPMG. Bevor ich zu Alyne kam, arbeiteten alle Kollegen in unserem Team als Berater in verschiedenen Beratungsunternehmen. Sie waren sich einig, dass dort jeden Tag viel zu viele PowerPoint-Folien erstellt werden. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir das nicht in diesem Umfang machen wollen.

Was ich bei KPMG immer sehr gut fand, war die Kundenorientierung. Das war etwas, das ich für mich mitnehmen konnte.

Etwas, zwischen dem ich hin- und hergerissen bin, sind Sitzungen. Ich bin kein Fan davon, immer für alles eine Besprechung zu planen. Stattdessen sollte man versuchen, seinen Kalender frei zu machen und dann auf Zuruf zu arbeiten. So kann man viel direkter zusammenarbeiten, ohne von Meeting zu Meeting laufen zu müssen und ohne die Arbeit des Tages in viele Meetings aufzuteilen.

Max: Im Allgemeinen finde ich, dass die Kommunikation bei Alyne anders ist als bei KPMG. Es gibt kaum E-Mail-Verkehr. Wir nutzen dafür Slack-Channels, in denen themenbezogen Informationen gesammelt werden. Das macht die Kommunikation absolut transparent. Man kann immer sehen, wer mit wem über was spricht. Das erspart natürlich viele bilaterale Gespräche, bei denen man oft das Gleiche immer wieder erzählen muss. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, weil ich das so noch nie gemacht habe.

Felix: An dieser Stelle möchte ich noch etwas erwähnen, was ich bei KPMG sehr geschätzt habe. Bei KPMG gibt es das Mitarbeiterentwicklungskonzept, wo man den Mitarbeitern eine klare Linie für die persönliche Entwicklung vorgibt. Sie erklären den Mitarbeitenden sehr transparent, wo sie sich weiterbilden müssen und welche Weiterbildungen optional sind. So etwas würde ich auch gerne bei Alyne aufbauen, denn ich finde es richtig, dass der Arbeitgeber versucht, sich an der Realität der Mitarbeiter zu orientieren. Das habe ich nirgends so wahrgenommen wie bei KPMG.

Jonas (KPMG): Der Punkt mit den PowerPoint-Folien ist interessant. Verwenden Sie dann eine Alternative oder wie lösen Sie das Problem?

Felix: Wir lösen dieses Problem, indem wir unser Produkt vorstellen. Das ist keine Beratungsleistung, sondern ein Tool. Das Tool zeigen wir dann immer direkt dem Kunden als visuelle Unterstützung. Aber auch bei uns im Team ist es nicht so wichtig, dass wir viele schöne Statusfolien haben. Eine Excel-Liste tut's auch.

Jonas (KPMG): Was war die Motivation, den Job zu wechseln?

Max: So lange ist es noch nicht her, dass ich diese Entscheidung treffen musste. Es gab zwei Dinge, die für mich sehr wichtig waren. Erstens wollte ich mit Leuten arbeiten, mit denen ich mich gut verstehe. Kollegen, denen ich vertrauen konnte, Leute, mit denen ich mich zum Essen treffen konnte. Das war bei KPMG auch gegeben! Der andere Punkt war, dass wir bei KPMG viel Spaß daran hatten, das Thema RegTech aufzubauen. Mit Alyne sah ich die Möglichkeit, wieder etwas Neues aufzubauen. Wie Felix schon gesagt hat, haben wir hier noch nicht diese strengen Prozesse, an die man sich halten muss. Das gibt einem mehr Freiheit und mehr Flexibilität in der Arbeitsweise.

Felix: Ich kann Max nur beipflichten. Auch ich hatte keine wirkliche Motivation, KPMG zu verlassen. Ich hätte noch die nächsten 20 Jahre bei KPMG arbeiten können. Aber meiner Erfahrung nach sind das genau die Momente, in denen man den Job wechseln sollte. Das war bei mir der Fall. Ich war und bin von dem Produkt von Alyne überzeugt. Ich kam auch zu einem Zeitpunkt in die Firma, als wir bereits ein MVP hatten und nun musste das Produkt auf den Markt gebracht und die Firma aufgebaut werden. Und genau da wollte ich hin, nach einem langen Kampf mit mir selbst.

Jonas (KPMG): Lassen Sie uns fünf Jahre in die Zukunft blicken. Was wird sich für Sie und Ihr Unternehmen verändert haben?

Felix: Wir sind gerade dabei, aus der Start-up-Struktur eine reifere Struktur aufzubauen. Ich erwarte Wachstum auf der Kundenseite, aber auch auf der Seite der Mitarbeiter. Das ist unsere Prämisse für die nächsten fünf Jahre. Und natürlich Produktwachstum. Unser Produkt ist kein fertiges Produkt, es ist eine lebendige Sache. Ich finde es spannend zu erfahren, in welche Richtung sich unser Produkt entwickeln wird.

Max: Ich kann Felix nur beipflichten.

Jonas (KPMG): Felix, du bist jetzt schon etwas länger bei Alyne. Wie bewertest du den Jobwechsel rückwirkend? Wie fühlt es sich an, in einem Start-up zu arbeiten?

Felix: Zu Beginn meiner Zeit bei Alyne hatte ich viel mehr praktische Arbeit zu leisten. Ich kannte das schon aus meiner Zeit bei KPMG, aber ich kam aus einer Managementposition und musste dann bei Alyne Arbeiten erledigen, die ich bei Associates aufgegeben hätte. Aber das ist Teil des Jobs. Wenn man selbst mehr in die Entwicklung eines Produkts involviert ist, hilft das enorm, wenn man mit Kunden spricht.