CrowdStrike-Ausfall: Lektionen für Risikomanagement-Programme von Drittanbietern

Der Cybersicherheitsanbieter CrowdStrike hat ein Update für die Windows-Versionen seiner Software veröffentlicht, das weltweit zum Absturz von Computersystemen geführt hat. Nutzen Sie unsere kostenlose Bewertung, um die Auswirkungen des Vorfalls auf Ihre Lieferantenwelt zu ermitteln.

Dekoratives Bild

In den frühen Morgenstunden des Freitags, 19. Juli, löste ein Update für das Produkt CrowdStrike Falcon Sensor einen weltweiten Ausfall von Windows-Rechnern aus. Geräte in Banken, Fernsehsendern, Fluggesellschaften, Krankenhäusern und vielen weiteren Unternehmen zeigten plötzlich den gefürchteten „Blue Screen of Death“, nachdem CrowdStrike ein laut Angaben des Unternehmens fehlerhaftes Inhaltsupdate an seine Nutzer verteilt hatte.

Der Vorfall war weder ein Cyberangriff noch in irgendeiner Weise böswillig. Es handelte sich um fehlerhaften Code in einem regulären Produkt-Update. Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, warum Sie die Business-Resilience-Praktiken Ihrer Drittanbieter kontinuierlich bewerten und die Risiken durch Drittanbieter in Ihrem Lieferantenumfeld verstehen müssen, wenn es zu solchen weitreichenden Ausfällen kommt.

Der CrowdStrike-Vorfall und warum er wichtig ist

CrowdStrike veröffentlicht regelmäßig Inhaltsaktualisierungen für seine Falcon Sensor-Produkte, um sicherzustellen, dass diese vor den neuesten Cyberangriffen schützen. Alle Berichte deuten darauf hin, dass die Aktualisierung Teil dieses Bereitstellungszyklus ist.

Das Update enthielt jedoch fehlerhaften Code, der auf Windows-Rechnern den gefürchteten Blue Screen of Death auslöste. Die betroffenen Geräte reagierten auch nach einem Neustart nicht mehr, wodurch weltweit Tausende von Unternehmen zum Stillstand kamen und der Betrieb von Banken, Fluggesellschaften, Krankenhäusern und anderen Organisationen gestört wurde. Weltweit wurden aufgrund des Problems rund 1.400 Flüge gestrichen, wobei einigen Reisenden handgeschriebene Bordkarten ausgestellt wurden, damit sie ihre Flüge antreten konnten.

Die Verteidigungsprodukte von CrowdStrike werden an so vielen Orten eingesetzt, dass dieser Fehler eine ganze Reihe von Problemen nach sich zog. Es handelte sich nicht einmal um einen Cyberangriff, wie CEO George Kurtz in einer Erklärung sagte.

Fragebogen zur Risikobewertung von CrowdStrike-Anbietern

Prevalent hat eine kurze Bewertung entwickelt, die Sie an Ihre Lieferanten senden können, um besser zu verstehen, wer betroffen ist und wie sie auf das Problem reagieren. Diese kurze Bewertung bietet einen schnellen Überblick über alle Drittanbieter, die das Produkt Crowdstrike Falcon Sensor verwenden, und darüber, wer in welchem Umfang von diesem Vorfall betroffen ist.

Hinweis für Prevalent-Kunden: Diese Bewertung ist jetzt in Ihrer Fragebogenbibliothek verfügbar.

 

Fragen Antwortmöglichkeiten
1. Verwendet Ihr Unternehmen das Produkt CrowdStrike Falcon Sensor NGAV (Next-Generation Antivirus) und EDR (Endpoint Detection and Response)?

Hilfetext: Das Cybersicherheitsunternehmen CrowdStrike hat am Freitag, dem 19. Juli, ein Update für sein Produkt Falcon Sensor veröffentlicht, das zu einem Vorfall führte, von dem Windows-Systeme betroffen waren. Der Fehler wurde in einem einzelnen Inhaltsupdate für Windows-Hosts gefunden, wodurch diese abstürzten und den Blue Screen of Death anzeigten.

a) Ja

b) Nein

2. Wie schwerwiegend waren die Auswirkungen des Vorfalls auf Ihre Systeme und Infrastruktur?

Hilfetext: Neben dem Ausmaß der Auswirkungen sollte auch berücksichtigt werden, wo diese Auswirkungen aufgetreten sind.

Erhebliche Auswirkungen: Die Schwachstelle hat zu einem Verlust der Vertraulichkeit oder Integrität von Daten geführt.

Hohe Auswirkung: Die Systemverfügbarkeit war zeitweise nicht gegeben, und es kam zu einem gewissen Verlust der Vertraulichkeit oder Integrität der Daten.

Geringe Auswirkungen: Keine Beeinträchtigung der Vertraulichkeit oder Integrität der Daten; minimale oder keine Beeinträchtigung der Systemverfügbarkeit

a) Es gab erhebliche Auswirkungen auf unsere kritischen Systeme, Anwendungen oder Informationen.

b) Es besteht ein hohes Maß an Auswirkungen auf unsere kritischen Systeme, Anwendungen oder Informationen.

c) Es gab nur geringe Auswirkungen auf unsere kritischen Systeme, Anwendungen oder Informationen.

d) Der Vorfall hatte keine Auswirkungen auf unsere kritischen Systeme, Anwendungen oder Informationen.

3. Verfügt die Organisation über Workarounds und/oder Backup-Systeme, um Daten wiederherzustellen? a) Ja

b) Nein

c) Nicht zutreffend

Vier bewährte Verfahren für proaktive Reaktionen auf Vorfälle durch Dritte

4. Hat die Organisation die von CrowdStrike empfohlenen manuellen Wiederherstellungsschritte umgesetzt?

Hilfetext: CrowdStrike hat die folgenden manuellen Workarounds zur Wiederherstellung von Systemen vorgeschlagen:

Starten Sie Windows im abgesicherten Modus oder in der Windows-Wiederherstellungsumgebung.

Navigieren Sie zum Verzeichnis C:WindowsSystem32driversCrowdStrike.

Suchen Sie die Datei mit dem Namen C-0000029*.sysund löschen Sie sie.

Starten Sie den Host normal.

a) Ja

b) Nein

5. Wer ist als Ansprechpartner benannt, der zusätzliche Fragen beantworten kann?

Hilfetext: Bitte geben Sie den wichtigsten Ansprechpartner für das Management von Informations- und Cybersicherheitsvorfällen an.

* Name:
* Unternehmen:
* Titel:
* E-Mail:
* Telefon:

1. Erstellen Sie ein zentrales Verzeichnis aller Drittanbieter.

Ein zentralisiertes Lieferanteninventar muss auf einer Plattform und nicht in manuellen Tabellenkalkulationen erstellt werden, damit alle erforderlichen internen Teams über einen automatisierten Prozess am Lieferantenmanagement teilnehmen können. Anschließend müssen Sie eine inhärente Risikobewertungdurchführen , um zuermitteln, wie Sie Ihre Drittanbieter entsprechend den Risiken, die sie für Ihr Unternehmen darstellen, kontinuierlich bewerten können.

2. Erstellen Sie eine Karte von Drittanbietern, um das Risiko einer Technologiekonzentration zu ermitteln.

Die Kenntnis der in Ihrem Lieferanten-Ökosystem eingesetzten 4th-Party-Technologienhilft dabei, Beziehungen zwischen Ihrem Unternehmen und Dritten auf der Grundlage bestimmter Technologienutzungen zu identifizieren.

Sobald Sie dies verstanden haben, können Sie mögliche Konzentrationsrisiken wie Schwachstellen und Zugriffspfade in Ihrem Unternehmen besser erkennen und proaktiv mindern. Dies können Sie durch eine gezielte Bewertung oder durch passives Scannen erreichen.

3. Bewertung der Geschäftskontinuitätspläne und der Widerstandsfähigkeit von Drittunternehmen

Beziehen Sie betroffene Lieferanten proaktiv mit ein, indem Sie einfache, gezielte Bewertungen durchführen, die sich an bekannten Sicherheitsstandards für Lieferketten in der Branche wieNIST800-161 und ISO 27036 orientieren. Die Ergebnisse dieser Bewertungen helfen Ihnen dabei, gezielte Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, um potenzielle Lücken zu schließen. Gute Lösungen bieten integrierte Empfehlungen, um den Abhilfeprozess zu beschleunigen und diese Lücken schnell zu schließen.

4. Betroffene Anbieter und Lieferanten kontinuierlich auf Probleme überwachen

Um stets wachsam gegenüber dem nächsten Problem in der Lieferkette zu sein, muss man nach Anzeichen für einen bevorstehenden Vorfall Ausschau halten. Dabei ist es entscheidend,mehrereQuellen für Risikoinformationenzu überwachen, darunter kriminelle Foren, Websites mit Meldungen zu Hackerangriffen und Sicherheitsverletzungen, Code-Repositorys und Schwachstellen-Datenbanken. Sie können diese Quellen einzeln überwachen oder Lösungen finden, die alle Erkenntnisse in einem einzigen Dashboard zusammenfassen, sodass alle Risiken zentralisiert und für das Unternehmen sichtbar sind. Das CrowdStrike-Problem stammte glücklicherweise nicht aus einer böswilligen Quelle, aber die Risikoüberwachung bleibt eine wichtige Komponente, um Ihre Gefährdung durch Vorfälle bei Dritten zu verstehen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen werden die von der CrowdStrike-Ausfallzeit betroffenen Unternehmen wahrscheinlich viel Zeit damit verbringen, ihre Systeme wiederherzustellen. Große und kleine Anbieter werden mit dem Geschäftsrückgang zu kämpfen haben und möglicherweise viele Tausende von Endbenutzergeräten wieder in Betrieb nehmen müssen. Wenn Sie wissen, welche Ihrer Anbieter am stärksten betroffen sind, sollten Sie eine gute Vorstellung davon haben, was als Nächstes zu tun ist und wie Sie sicherstellen können, dass Sie – sofern Sie nicht ebenfalls von dem Ausfall betroffen sind – nicht denselben Geschäftsrückgang erleben.

Möchten Sie Ihr Risikomanagementprogramm für Dritte weiterentwickeln und besser auf zukünftige Vorfälle wie diesen vorbereitet sein? Erfahren Sie, wie Prevalent Ihnen dabei helfen kann, indem Sie noch heute eine Demo unserer TPRM-Plattform anfordern.

 


Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Prevalent.net veröffentlicht. Im Oktober 2024 übernahm Mitratech das KI-gestützte Risikomanagement für Dritte, Prevalent. Der Inhalt wurde seitdem aktualisiert und enthält nun Informationen, die auf unser Produktangebot, regulatorische Änderungen und Compliance abgestimmt sind.