Rote Flaggen im Business Continuity Plan Ihres Anbieters, auf die Sie achten sollten

Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten auf Krisen vorbereitet sind, indem Sie diese wichtigen Indikatoren für eine unzureichende Kontinuitätsplanung erkennen.

Warnsignale, auf die Sie im Business Continuity Plan Ihres Lieferanten achten sollten

Dieser Beitrag wurde aus Gründen der Klarheit und Genauigkeit überarbeitet. Die letzten Aktualisierungen wurden am 25. Februar 2025 vorgenommen.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten auf Krisen vorbereitet sind, indem Sie diese wichtigen Indikatoren für eine unzureichende Kontinuitätsplanung erkennen.

Die Vernetzung der modernen Geschäftswelt bedeutet, dass die operative Widerstandsfähigkeit Ihrer Lieferanten einen überproportionalen Einfluss auf Ihre Geschäftsabläufe haben kann und dies auch häufig tut. Ein Beispiel: 61 % der Unternehmen waren allein im letzten Jahr von einer Datenpanne oder einem Cybersicherheitsvorfall bei Dritten betroffen.

Nehmen wir zum Beispiel den weltweiten Ausfall von Microsoft. Windows-Benutzer konnten nicht auf verschiedene Anwendungen und Dienste zugreifen, was zu erheblichen Störungen der Geschäftsprozesse in allen Branchen führte, von Flughafenterminals über Einkaufszentren bis hin zu Banken auf der ganzen Welt.

Kleinere Anbieter haben vielleicht nicht die weitreichenden Auswirkungen eines Ausfalls von Microsoft, aber das bedeutet nicht, dass ihre organisatorische Widerstandsfähigkeit oder deren Fehlen keine Auswirkungen auf Ihr Unternehmen haben wird.

Letztendlich kann das Verständnis der Business-Continuity-Pläne Ihrer Lieferanten und deren Fähigkeit, sich schnell von einer Katastrophe zu erholen, einen großen Einfluss auf Ihre eigenen Geschäftsergebnisse und Ihren Ruf haben.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Business-Continuity-Pläne Ihrer Lieferanten regelmäßig zu überprüfen. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir die wichtigsten Warnsignale zusammengestellt, die auf einen schwachen oder ineffektiven Plan hindeuten könnten. Diese Warnsignale helfen Ihnen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Ihr Unternehmen zu schützen.

Was ist Geschäftskontinuität und IT-/DR-Planung?

Ein Business Continuity Plan (BCP) stellt sicher, dass kritische Abläufe auch bei Betriebsunterbrechungen wie Naturkatastrophen, Cyberangriffen oder geopolitischen Problemen weiterlaufen. Er umfasst IT, Personal, Einrichtungen und Lieferketten und zielt darauf ab, die Kontinuität des Betriebs zu gewährleisten und wichtige Funktionen schnell wiederherzustellen.

Business Continuity meistern

Der IT-Notfallwiederherstellungsplan (IT/DR) ist enger gefasst und legt den Schwerpunkt auf eine schnelle Wiederherstellung des IT-Systems. Idealerweise sollten Unternehmen ihren IT/DR-Plan in ihren BCP integrieren. Laut der jährlichen Ausfallanalyse des Uptime Institute könnten 80 % der größeren Ausfälle durch ein besseres Management verhindert werden. Ohne einen soliden IT/DR-Plan können Ausfälle von Anbietern zu Ausfallzeiten, Datenverlusten und Chaos im Betrieb führen.

Jährliche Überprüfung der Business Continuity Pläne des Anbieters

Überprüfen Sie regelmäßig die Business-Continuity-Pläne und IT-/DR-Pläne Ihrer Lieferanten, um Ihr Unternehmen zu schützen. Jährliche Bewertungen helfen dabei, Lücken, veraltete Strategien und schwache Wiederherstellungsmaßnahmen zu erkennen, bevor sie zu Problemen werden.

Häufige Warnsignale in den Business-Continuity-Plänen von Anbietern

Ein unzureichender Kontinuitätsplan eines Anbieters kann schnell zu einer Krise führen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, auf folgende Warnsignale zu achten:

Unzureichende IT-/DR-Planung

Rechnen Sie mit längeren Ausfallzeiten bei Systemausfällen, wenn der Plan eines Anbieters keine solide IT-Notfallwiederherstellungsplanung umfasst. Eine minimale IT-Ausfallsicherheit bedeutet keine Geschäftsausfallsicherheit.

Mangelnde Mitarbeiterschulung

Ein Plan ist nur so gut wie die Menschen, die ihn umsetzen. Wenn Mitarbeiter nicht regelmäßig in Wiederherstellungsmaßnahmen geschult werden, ist bei einer Krise mit Verwirrung zu rechnen.

Veraltete oder ungetestete Pläne

Wenn der Business Continuity Plan eines Anbieters nicht getestet oder aktualisiert wurde, wird er wahrscheinlich seine Wiederherstellungszeitvorgaben nicht erfüllen oder nicht wissen, wie der Plan umgesetzt werden soll.

Mangelhaftes Compliance-Management

Lücken bei der Überwachung der Compliance und der Behebung von Mängeln können zu regulatorischen Problemen und einer erhöhten Risikoexposition führen.

Keine oder nur minimale Überwachung von Drittanbietern

Wenn Anbieter ihre eigenen Lieferanten nicht verwalten, übernimmt Ihr Unternehmen das Risiko.

Fehlausgerichtete Business-Continuity-Pläne

Wenn das BCP eines Anbieters die Produkte und Dienstleistungen, auf die Sie angewiesen sind, nicht ausdrücklich abdeckt, schützt es Ihren Betrieb nicht.

Unausgewogene Umsätze im Vergleich zur Unternehmenszugehörigkeit

Ein Anbieter mit ungewöhnlich hohen Nettoumsätzen im Verhältnis zu seiner Unternehmensdauer kann auf ein nicht nachhaltiges Wachstum, finanzielle Instabilität oder ein potenzielles Ausfallrisiko hindeuten.

Undefinierte oder inkonsistente Wiederherstellungsziele

Disaster Recovery-Pläne basieren auf zwei Grundprinzipien: Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO).

  • RTO ist die maximale Zeit, die ein Geschäftsprozess ausfallen darf, bevor es zu ernsthaften Störungen kommt.
  • RPO ist die maximale Datenmenge, die verloren gehen darf, bevor die Auswirkungen inakzeptabel werden.

Diese Kennzahlen helfen dabei, potenzielle Verluste zu quantifizieren und klare Wiederherstellungsziele festzulegen. Um das Risiko zu minimieren, muss Ihr Unternehmen eng mit Anbietern zusammenarbeiten, um realistische, erreichbare RTO- und RPO-Ziele festzulegen, die Ihren betrieblichen Anforderungen entsprechen.

Das Risiko von Lieferanten muss kein Ratespiel sein

Laut einer aktuellen Umfrage von Gartner hatten 45 % der Unternehmen in den letzten zwei Jahren mit Betriebsunterbrechungen aufgrund von Drittanbietern zu kämpfen. Daher ist der Bedarf an Vendor Risk Intelligence größer denn je. Durch die kontinuierliche Integration von Daten zu Lieferantenrisiken in Ihre Kontinuitätsplanung können Sie Schwachstellen identifizieren, Störungen vorhersehen und Ihre allgemeine Risikosituation verbessern.

Die Überwachung von Lieferantenrisiken ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Durch die regelmäßige Überprüfung, Bewertung und Integration von Lieferantenrisikodaten in Ihren BCP stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur auf Störungen reagieren, sondern diese proaktiv mindern. Je stärker Ihre Lieferantenpartnerschaften sind, desto stärker ist auch Ihr Unternehmen.