GRC (Governance, Risk Management und Compliance) ist eine häufig missverstandene Produktkategorie, ein Thema, das ich in einem früheren Blogbeitrag mit dem Titel „Ist die Dokumentenerstellung eine GRC-Technologie?“ behandelt habe. Die drei Komponenten (G, R, C) können tatsächlich als drei unterschiedliche Produktgruppen betrachtet werden, die jeweils von einer Vielzahl verschiedener Anbieter bedient werden.
BPM und GRC
Zu den Technologien, die in die breite GRC-Kategorie fallen können, gehören Geschäftsprozessanwendungen (BPM-Workflows), die im Gegensatz zu vielen anderen GRC-Lösungen tatsächlich alle drei Produktgruppen abdecken. Geschäftsprozessanwendungen (Workflows) bringen in der Regel Ordnung in unübersichtliche, undurchsichtige Prozesse (Governance) und tragen dadurch je nach Art des Workflows auf verschiedene Weise zur Risikominderung bei (Risikomanagement). Ebenso kann eine Anwendung durch die Einführung von Ordnung für die Prozessnutzer die Einhaltung sowohl interner Richtlinien als auch externer Gesetze durchsetzen.
Prozessmodellierungs-Engines
Nahezu alle BPM-Suiten enthalten eine Prozessmodellierungs-Engine, mit der Architekten Workflows auf der Grundlage realer Prozesse innerhalb eines Unternehmens entwerfen und automatisieren können. Solche Modellierungsumgebungen werden gemeinhin als RAD-Plattformen (Rapid Application Development) bezeichnet. Heutige Prozessmodellierungs-Engines enthalten oft Bibliotheken mit vordefinierten Objekten (Funktionen), die Fachleute (Nicht-Programmierer) grafisch zu Prozessabläufen konfigurieren können. Situationsspezifische Parameter können an die Objekte übergeben werden, wodurch komplexe Geschäftslogik zur Steuerung des Prozesses ohne schwierigen und zeitaufwändigen Programmieraufwand bereitgestellt wird.
Dokumentenerstellungsprozess
Eine spezielle Art der GRC-Anwendung ist die Automatisierung der Erstellung komplexer rechtlicher Dokumente. Mit Software-Suiten zur Dokumentenerstellung können Fachleute rechtliche Dokumente und Formulare in Prozessanwendungen umwandeln, indem sie Geschäftslogik in Dokument- und Formular-Dateien einbauen. Ebenso ermöglichen solche Plattformen Prozessarchitekten die Gestaltung leistungsstarker, interaktiver Abläufe von Formularen zur Datenerfassung (Interviews), die Anwendungsbenutzer durch den Prozess der korrekten Dateneingabe führen.
Anwendungen für die Dokumentenerstellung können auf Unternehmensdatenquellen zurückgreifen, sodass Daten nicht erneut eingegeben werden müssen. Sie können eigenständig eingesetzt oder in nahezu jeden relevanten Workflow integriert werden.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde ursprünglich veröffentlicht auf HotDocs.com. Im Juni 2024 erwarb Mitratech die fortschrittliche Dokumentenautomatisierungsplattform HotDocs. Der Inhalt wurde seither aktualisiert und enthält nun Informationen, die auf unser Produktangebot, Änderungen der Vorschriften und die Einhaltung von Vorschriften abgestimmt sind.
