Geschäftskontinuität vs. IT-Desaster Recovery: Die wichtigsten Unterschiede und wie sie zusammenarbeiten

Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit die Begriffe "Business Continuity" und "Disaster Recovery" in Verbindung oder sogar austauschbar verwendet, aber was bedeuten sie wirklich?

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Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit die Begriffe "Business Continuity" und "Disaster Recovery" in Verbindung oder sogar austauschbar verwendet, aber was bedeuten sie wirklich?

Es wird Sie wahrscheinlich nicht überraschen, dass sie viele ähnliche Ziele verfolgen, wenn es darum geht, sich von einem ungeplanten Zwischenfall zu erholen und wesentliche Funktionen wiederherzustellen. Es sind jedoch die Nuancen ihrer Unterschiede, die es zu verstehen gilt. 

Störungen wie Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder sogar menschliche Fehler können den Geschäftsbetrieb zum Erliegen bringen. Die Begriffe "Business Continuity" und "Disaster Recovery" werden zwar oft zusammen verwendet, spielen aber jeweils eine eigene Rolle beim Schutz von Unternehmen vor solchen Risiken. Wenn Sie die Unterschiede zwischen diesen beiden Ansätzen verstehen und wissen, warum beide wichtig sind, können Sie sicherstellen, dass Ihr Unternehmen auf alles vorbereitet ist, was auf es zukommt.

Was ist Geschäftskontinuität?

Business Continuity (BC) ist eine Strategie zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs im Falle einer Störung. Ein Business-Continuity-Plan (BCP) beschreibt die Schritte zur Erreichung dieses Ziels, indem er die wesentlichen Funktionen und die für ihre schnelle und nahtlose Wiederherstellung erforderlichen Ressourcen festlegt. So wird sichergestellt, dass Ihr Unternehmen auch in einer Krise betriebsbereit bleibt. Ein BCP deckt alle Aspekte der Kontinuität eines Unternehmens ab, oft auch eine IT-/DR-Strategie.

Im Falle eines Wirbelsturms könnte ein BCP beispielsweise Strategien für die Arbeit an entfernten Standorten, die Suche nach alternativen Lieferanten oder die vorübergehende Verlagerung des Betriebs enthalten. Die Aufgabe besteht darin, Ausfallzeiten zu minimieren und so viele Dienste wie möglich aufrechtzuerhalten, selbst unter schwierigen Umständen.

Was ist IT Disaster Recovery?

Während sich die Geschäftskontinuität auf den Gesamtbetrieb konzentriert, konzentriert sich die IT-Disaster Recovery (IT/DR) auf die Wiederherstellung Ihrer Technologiesysteme. Dabei geht es um die Wiederherstellung Ihrer IT-Infrastruktur, wie Netzwerke, Server und Daten, nach einem unerwarteten Ereignis. IT/DR-Pläne zeigen auf, wie Sie Ihre Systeme schnell wieder in Betrieb nehmen können, sei es nach einem Cyberangriff, einem Hardwareausfall oder einem Softwareabsturz.

Ein Beispiel: Ein großer Serverabsturz legt die Hauptdatenbank Ihres Unternehmens während der Hauptgeschäftszeit lahm. Ihr IT-/DR-Plan tritt in Kraft und räumt kritischen Systemen Priorität ein. Innerhalb von Minuten wird ein Backup-Server aktiviert, und die wichtigsten Daten werden wiederhergestellt, um Ausfallzeiten und Auswirkungen auf die Kunden zu minimieren.

Kurz gesagt, IT/DR ist ein spezieller Teil der Geschäftskontinuität, der sich ausschließlich auf den Schutz und die Wiederherstellung Ihrer IT-Umgebung konzentriert, die oft das Rückgrat des modernen Betriebs ist. Trotz seiner Bedeutung verfügen nur 54 % der Unternehmen über einen unternehmensweiten Disaster-Recovery-Plan.

Ähnlichkeiten zwischen Business Continuity und IT Disaster Recovery

Es gibt einige wichtige Gemeinsamkeiten zwischen Business Continuity und IT Disaster Recovery:

  • Zielausrichtung: Beide zielen darauf ab, geschäftskritische Vorgänge so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen.
  • Planung und Prüfung: Planung und Erprobung sind von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Pläne wie beabsichtigt funktionieren und dass das Personal versteht, wie sie funktionieren. Beides sind lebendige Dokumente, die regelmäßig überprüft und aktualisiert werden müssen, um Änderungen in den wesentlichen Funktionen eines Unternehmens zu berücksichtigen. Alarmierenderweise haben 41 % der Unternehmen ihre Notfallwiederherstellungssysteme noch nie getestet.
  • Umfassende Risikodeckung: Beide Pläne berücksichtigen eine Reihe potenzieller Katastrophen - von Naturereignissen und Bränden bis hin zu Cyberangriffen und Netzwerkunterbrechungen. Sicherheitsverletzungen sind eine der Hauptursachen für Ausfallzeiten, die von 78 % der Unternehmen genannt werden.
  • Die Herausforderungen: Zu den größten Herausforderungen gehören fehlende Unterstützung und Finanzierung für diese Pläne, ein hohes Maß an Veränderungen innerhalb einer Organisation, zeitliche Beschränkungen und die Bereitstellung von Ressourcen, um die Pläne aktuell zu halten und zu testen.

Hauptunterschiede zwischen Business Continuity und IT Disaster Recovery

Trotz ihrer Ähnlichkeiten unterscheiden sich diese Pläne in Umfang und Schwerpunkt:

  • Umfang: Geschäftskontinuitätspläne decken alle wesentlichen Funktionen im gesamten Unternehmen ab, von der Lieferkette bis zum Kundendienst. Im Gegensatz dazu konzentriert sich der IT/DR-Plan speziell auf Technologiesysteme.
  • Schwerpunkt: Bei BC geht es darum, den gesamten Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, während es bei IT/DR nur um die Wiederherstellung der IT-Systeme nach einer Störung geht.
  • Integration: An der Geschäftskontinuität sind oft mehrere Abteilungen und Prozesse beteiligt, während an IT/DR in der Regel hauptsächlich das IT-Team beteiligt ist.
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Warum Organisationen beides brauchen

Viele Unternehmen machen den Fehler, sich zu sehr auf Business Continuity oder IT Disaster Recovery zu konzentrieren. Hier ist der Grund dafür:

  1. Moderne Abhängigkeiten: Die meisten Geschäftsfunktionen sind stark von der IT abhängig. Einzelhandelsunternehmen benötigen beispielsweise funktionierende Inventarsysteme, während Banken auf eine sichere Zahlungsabwicklung angewiesen sind. Eine IT-Störung kann den Geschäftsbetrieb schnell zum Erliegen bringen. Weniger als 10 % der Unternehmen würden einen größeren Cyber-Sicherheitsvorfall ohne eine solide Disaster-Recovery-Strategie überleben.
  2. Ganzheitlicher Schutz: Ein BC-Plan mag zwar Personal, Lieferkettenlogistik und Kundenkommunikation abdecken, aber ohne IT/DR ist er nicht in der Lage, Ihre Technologie wiederherzustellen. Konzentriert man sich hingegen nur auf IT/DR, bleiben kritische Geschäftsprozesse möglicherweise ungeschützt.
  3. Abgestimmte Wiederherstellungsanstrengungen: Die Koordinierung zwischen Business Continuity und IT/DR stellt sicher, dass Ihre Wiederherstellungsprioritäten aufeinander abgestimmt sind. Wenn Ihr BCP beispielsweise dem Kundensupport Priorität einräumt, sollte Ihr IT/DR-Plan die Wiederherstellung der Systeme vorsehen, auf die der Kundendienst angewiesen ist. 91 % der mittelgroßen und großen Unternehmen verlieren pro Stunde Ausfallzeit mehr als 300.000 US-Dollar. Von diesen 91 % hat fast die Hälfte (44 %) stündliche Ausfallkosten zwischen 1 Million und mehr als 5 Millionen Dollar.

Erste Schritte mit Business Continuity und IT Disaster Recovery

Die Erstellung eines wirksamen Plans zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs beginnt mit einer Analyse der Auswirkungen auf das Geschäft (Business Impact Analysis, BIA). Anhand dieser Analyse lässt sich feststellen, welche Funktionen wesentlich sind, welchen Risiken sie ausgesetzt sind und welche finanziellen Auswirkungen eine Unterbrechung dieser Funktionen hätte. Eine BIA bildet die Grundlage sowohl für die BC- als auch für die IT/DR-Planung.

Bei der Erstellung eines Wiederherstellungsplans für den Katastrophenfall sollten Unternehmen zunächst den Mitarbeitern die Bedeutung dieses Plans deutlich machen. Die Einbindung der Mitarbeiter ist entscheidend für eine genaue Dokumentation und eine sorgfältige Detailarbeit. Sobald alle an Bord sind, können Sie damit beginnen, ein Inventar Ihrer IT-Ressourcen zu erstellen, zu bestimmen, welche Daten gesichert werden müssen, und zu planen, wie diese Systeme wiederhergestellt werden können.

Denken Sie daran, dass sowohl BC- als auch IT/DR-Pläne regelmäßig getestet und aktualisiert werden müssen. Ihr Unternehmen wird sich im Laufe der Zeit verändern, und das sollten auch Ihre Pläne. Übungen und Überprüfungen sollten regelmäßig geplant werden, um sicherzustellen, dass sie effektiv und relevant bleiben.

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Lassen Sie Ihr Unternehmen nicht verwundbar

Unterbrechungen sind unvermeidlich. Doch mit einem umfassenden Plan zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und einem gut strukturierten IT-Wiederherstellungsplan ist Ihr Unternehmen für alle Herausforderungen gewappnet. Durch die Integration dieser beiden Strategien schützen Sie nicht nur Ihre IT-Systeme, sondern sichern auch den anhaltenden Erfolg Ihres gesamten Unternehmens.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Preparis Business Continuity Software veröffentlicht. Im Oktober 2024 übernahm Mitratech Preparis, einen führenden Anbieter von Lösungen für die Geschäftskontinuitätsplanung und Notfallmaßnahmen. Der Inhalt wurde aktualisiert, um dem erweiterten Produktangebot von Mitratech, den Fortschritten in der Branche und den rechtlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen.