Auf der SHRM 2025 versammelte sich ein voller Saal von HR-Führungskräften zu einer Sitzung mit dem Titel Compliance, Chaos und Zusammenarbeit: What We Learned from Building HR AI Tools with Humans in the Loop. Unter der Leitung von Susan Anderson und Aimee Pedretti, zwei HR- und Compliance-Expertinnen von Mitratech, ging es um die Frage, wie man künstliche Intelligenz (KI) auf ethische, effektive und vor allem menschenzentrierte Weise in HR-Workflows einbringen kann.
KI verspricht ein transformatives Potenzial für die Personalabteilung, aber nur, wenn sie mit Absicht entwickelt und eingesetzt wird. Nehmen wir zum Beispiel ein Unternehmen, das neue KI-Recruiting-Tools schnell einführt, aber die Personalverantwortlichen nicht darin schult, wie sie ethische oder voreingenommene Probleme erkennen können. Ohne diese Anleitung wachsen die Risiken schnell. Im Gegensatz dazu verfolgen führende HR-Innovatoren einen Human-in-the-Loop (HITL)-Ansatz, bei dem HR-Fachleute KI-Tools anhand klarer, intern definierter Standards testen, bevor sie überhaupt vollständig eingeführt werden. Auf diese Weise bleiben die menschlichen Werte im Zentrum der Innovation, während gleichzeitig Vertrauen, Transparenz und Verantwortlichkeit aufgebaut werden.
HR am Scheideweg von KI und Verantwortlichkeit
In allen Branchen sind Unternehmen bestrebt, KI-Tools einzuführen, die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Einsparungen versprechen. Die Personalabteilung ist da keine Ausnahme. Von der Überprüfung von Lebensläufen über die Erstellung von Richtlinien bis hin zur Beantwortung von Compliance-Fragen in Echtzeit - generative KI verändert die Art und Weise, wie Arbeit erledigt wird.
Doch bei aller Aufregung gibt es auch einen echten Unterton der Besorgnis. Das Vertrauen in KI ist nach wie vor gering, und das nicht ohne Grund. Wenn KI-Tools ohne die richtigen Leitplanken entwickelt werden, können sie Voreingenommenheit verstärken, Entscheidungen ohne Kontext treffen und das Vertrauen der Mitarbeiter untergraben. Deshalb ist es so wichtig, verantwortungsbewusste KI zu entwickeln, mit vertrauenswürdigen Datenquellen, einem klaren Anwendungsbereich und von Anfang an eingebauten Überprüfungen von Vorurteilen.
Susan und Aimee hoben ein zentrales Spannungsverhältnis hervor, mit dem sich Personalleiter konfrontiert sehen: eine schnelle KI-gesteuerte Transformation zu ermöglichen und gleichzeitig für Compliance, Fairness und Transparenz verantwortlich zu sein. Dieser Spagat erfordert sowohl Schnelligkeit als auch Überlegung, um verantwortungsvoll zu navigieren.
Was ist Human-in-the-Loop (HITL)?
Human-in-the-Loop (HITL) ist ein Ansatz für die Entwicklung und den Einsatz von KI, bei dem Menschen - echte, geschulte und verantwortungsbewusste Menschen - an wichtigen Punkten in den Prozess eingebunden werden. Anstatt KI als ein Werkzeug zu behandeln, das man einstellt und dann vergisst, stellt HITL sicher, dass der Mensch Teil des Prozesses ist:
- Training des Modells mit genauen, relevanten Eingaben
- Überprüfung der Ergebnisse auf Qualität, Verzerrungen und Genauigkeit
- Entscheidung darüber, wann und wie KI in realen Arbeitsabläufen eingesetzt werden sollte
Für HR- und Compliance-Teams ist dieser Ansatz unerlässlich. HITL erkennt an, dass KI ein mächtiger Beschleuniger sein kann, aber nur, wenn sie mit menschlichem Urteilsvermögen, Kontext und Aufsicht gepaart ist.
Warum HR-Führungskräfte dem Human-in-the-Loop (HITL) Aufmerksamkeit schenken sollten
Susan Anderson erklärte: "Selbst nach jahrelangem Einsatz dieser Instrumente sind sie noch fehlerhaft. Um dem entgegenzuwirken, muss man Menschen in den Kreislauf einbeziehen".
HR-Führungskräfte müssen keine Datenwissenschaftler sein, aber sie müssen strategische, ethische Verwalter der Rolle von KI im Personalwesen sein und steuern, wie diese Tools eingeführt und genutzt werden, damit Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen davon profitieren.
HITL ist mehr als ein technischer Rahmen, es ist eine Denkweise, die den Menschen in den Mittelpunkt von KI-gestützten Entscheidungen stellt.
- Der nächste Teil der Serie: Fünf hart erarbeitete Lehren aus der Entwicklung von KI-Tools mit HITL-Frameworks
- Dann: Warum kritisches Denken die wichtigste Fähigkeit für den KI-gestützten Arbeitsplatz ist
